Es wurde zur alljährlichen Tradition, am Anfang eines neuen Zuchtjahres, in der ersten Zuchtausschusssitzung eine „Norikerstute des Jahres“ zu küren. Jedes Jahr fallen immer wieder viele Namen von Pferden, die selbst Überragendes geleistet haben und auch mit ihrer Nachzucht aufzeigen können. Den Titel Norikerstute des Jahres 2025 sicherte sich dieses Mal wieder ganz eine besondere Stute, die vor allem mit außergewöhnlicher Nachzuchtleistung auf sich aufmerksam macht. Die Rede ist von der Stute Mona, gezogen nach Taifun Vulkan XIV aus der Meseta-Lora nach Ramsauer Nero X im Besitz von Dipl.-Ing. Peter Santer, St. Stefan/Gail.

Peter Santer begleitet nunmehr schon fast sein ganzes Leben lang die Begeisterung für Tierzucht. Seit nun auch schon über 25 Jahren ist eine seiner größten Leidenschaften die Zucht der wunderschönen und adeligen Norikerpferde, der er sich mit ganzem Einsatz gewidmet hat. Sein Name ist in der Zuchtszene schon lange nicht mehr wegzudenken. Dies verdankt er in erster Linie der Stute, um die es heute in diesem Bericht geht. Auf Mona zurück gehen nun schon sage und schreibe drei gekörte Hengste, die auch alle ihr aktueller Besitzer Peter Santer gezüchtet hat. So kann man vorab schon behaupten, dass eine seiner züchterisch besten Entscheidungen und sicher auch der Grundstein für die vielen Erfolgsmomente in der Norikerzucht der Kauf des Stutfohlens nach Taifun Vulkan XIV in Maishofen war – dieses Fohlen wurde dann eben auf den Namen Mona getauft.
Geboren wurde die braune Stute Mona am 10. März 2000 im Stall von Johann Stöckl, Saalfelden am Steinernen Meer. Mona stammt aus einer erfolgreichen Salzburger Mutterlinie (mütterlicherseits über Ramsauer Nero X/Elio Vulkan XII gezogen) und zog als Fohlen nach Kärnten auf den Hof von Peter Santer.
Väterlicherseits ist Mona nach Taifun Vulkan XIV über Taschler Diamant IX gezogen. Taifun Vulkan XIV ist ein bewährter Vertreter der Vulkan-Linie, der seine Spuren in vielen Pedigrees hinterlassen hat.

2003 wurde Mona das erste Mal einer Richterkommission vorgestellt. Bei der Stutbuchaufnahme präsentierte sich die harmonische und mit viel Kaltblutadel ausgestattete Jungstute von ihrer besten Seite. Mit der sehr guten Wertnote von 77 Punkten wurde sie in das Zuchtbuch eingetragen. Im darauffolgenden Jahr nahm sie auch bei der ARGE Noriker Bundesjungstutenschau teil.
Mona hat in den letzten Jahren aber neben Eigenleistung vor allem mit erfolgreicher Nachzucht überzeugt. Insgesamt 13 Fohlen schenkte sie ihrem stolzen Besitzer bis in das Jahr 2018. Davon acht Stutfohlen und fünf Hengstfohlen.

Das erste Stutfohlen erblickte 2004 das Licht der Welt am Hof von Peter Santer. Mira, eine kastanienbraune Tochter des Prämienhengstes Macht Diamant XI, wurde natürlich nicht gleich verkauft. 2007 wurde sie mit der hervorragenden Wertnote von 7,86 in das Zuchtbuch eingetragen und nahm damit auch an der Landesjungstutenschau in diesem Jahr teil. Im Jahr 2008 ging es dann gleich noch weiter zur ARGE Noriker Bundesjungstutenschau in St. Johann im Pongau, wo Mira den hervorragenden vierten Platz unter den Mutterstuten machen konnte und sich auch die Schauklasse 1b sicherte. Gleich danach wechselte sie den Besitzer innerhalb von Kärnten und brachte ihrem neuen Besitzer ebenfalls weitere, gesunde Fohlen. Sie erreichte auch den Prämientitel Staatsprämienstute.

Die 2008 geborene Tochter von Mira, Moli, sollte eine der erfolgreichsten Nachkommen aus dieser Mutterlinie werden. Selbst Teilnehmerin der Landesjungstutenschau 2011 erreichte die Tochter des Prämienhengstes Franz Elmar XIII die Wertnote 7,86 und den Endring beim Finale. Weiters nahm sie auch an der Bundesjungstutenschau 2012 in Stadl-Paura teil.Neben der sehr guten Eigenleistung half Moli aber sicher entscheidend mit, dass Peter Santer seinen ersten sehr großen Zuchterfolg feiern durfte.

Neben zwei Töchtern, die ebenfalls an der Kärntner Landesjungstutenschau teilnehmen konnten, gebar sie 2020 ein Hengstfohlen, welches im Herbst vom Landes-Pferdezuchtverband Kärnten angekauft wurde. Der lackschwarze Hengst Regent Nero XIV, Sohn des Prämienhengstes Richtig Nero XIII, überzeugte 2022 bei der ARGE Noriker Hengstkörung und konnte sich ein positives Körurteil sichern. Aktuell verrichtet er seinen Deckeinsatz für den Kärntner Zuchtverband und 2027 darf man sich auf den ersten Eintragungsjahrgang seiner Nachkommen freuen.

Wieder eine Generation weiter in der von Peter Santer aufgebauten Mutterlinie finden wir die Rappstute Madonna, selbst Landesschauteilnehmerin 2016. Die direkte Tochter der zuvor erwähnten Moli, gezogen nach Monaco Nero XIV, nahm auch sehr erfolgreich an der Bundesjungstutenschau 2016 (Endringplatzierung – Schauklasse 1b) teil und machte es ihrer Mutter in puncto Nachzucht nicht nur gleich, sondern konnte sie sogar übertrumpfen. 2018 wurde das Hengstfohlen nach Prämienhengst Hiasen Schaunitz XVI vom Landes-Pferdezuchtverband Kärnten angekauft und 2020 bei der Hengstkörung vorgestellt. Hamlet Schaunitz XVII ergatterte ein positives Körurteil und ist heute noch immer und vor allem erfolgreich im Deckeinsatz in Kärnten. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er bereits über 100 Stuten belegt und konnte mit den ersten Nachkommen auch schon überzeugen.

Nur drei Jahre später konnte der erfolgreiche Züchter nun schon ein drittes Mal zuschlagen. Romeo Nero XIV, wiederum ein Sohn des Prämienhengstes Richtig Nero XIII und aus der Madonna n. Monaco Nero XIV, konnte ebenfalls nach erfolgreicher Aufzucht am Ossiacher Tauern, 2023 die Körkommission überzeugen und wurde in das Testhengstbuch eingetragen. Mit der absolvierten Hengstleistungsprüfung wurde er 2024 in das Haupthengstbuch eingetragen und verrichtet in der Zwischenzeit seinen Deckeinsatz in Niederösterreich.

Mit der Geburt des Stutfohlens Merle im Jahr 2020 steht am Hof von Peter Santer nun schon die 5. Generation zurückreichend auf die Stute Mona. Merle, wiederum aus der Madonna nach Richtig Nero XIII gezogen, kann ebenfalls als Zuchtstute überzeugen: Endringplatzierung Landesjungstutenschau 2023; Teilnahme ARGE Noriker Bundesjungstutenschau 2024 – Schauklasse 1b. Ihre Nachzucht ist ebenfalls bereits vielversprechend – ein Junghengst wird als Spekulant für die nächste Körung aufgezogen.
So gar nicht nach dem Motto, dass „aller guten Dinge drei sind“, darf man überzeugt sein, dass aus dieser vielversprechenden Mutterlinie, zurückreichend auf die Stammstute Mona noch einige erfolgreiche Pferde das Zuchtgeschehen bereichern werden. Die nächste Generation steht schon wieder in den Startlöchern.

Neben dem entsprechenden, richtigen Gespür für die verschiedenen Anpaarungen und die liebevolle Begleitung bei der Aufzucht ist natürlich im Hintergrund auch der Zusammenhalt einer Familie ganz wichtig, um so große Erfolge erreichen zu können. Peter Santer bekommt vor allem von seiner Frau und seinen beiden Kindern die notwendige Unterstützung. Neben der gemeinsamen Vorbereitung für die verschiedensten Zuchtveranstaltungen, wird natürlich auch das Kufenstechen, der Brauch schlechthin im Gailtal, unterstützt. Daran nimmt auch sein Sohn Peter teil – natürlich wenn möglich mit eigenen Pferden!
Mona wurde, ihrem fortgeschrittenen Alter geschuldet, seit 2021 nicht mehr belegt und darf ihre verdiente Pension am Hof der Familie Santer mit einigen ihrer direkten Töchter und Nachfahren verbringen.
Abschließend gratuliert der Landes-Pferdezuchtverband Kärnten zu diesem Erfolg und wünscht weiterhin viel Züchterglück und Gesundheit für Haus und Hof.
Herzlichen Glückwunsch und alles erdenklich Gute der frischgebackenen „Norikerstute des Jahres 2025“.
Bericht: Stefanie Wuzella, Geschäftsführerin LPZV
Bilder: LPZV Kärnten & privat